Chorgesang vom Feinsten - KammerChor Koblenz zu Gast in der Johanniskirche
Wenn der Förderkreis Johanniskirche zu seinen traditionellen Benefizkonzerten einlädt, finden zahlreiche Besucher den Weg in die spätromanische Basilika am Rhein-Lahn-Eck, um das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden: Einen besonderen Musikgenuss zu erleben und gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt der Johanniskirche zu leisten.
Dem Förderkreis ist es Verpflichtung, den Zustand der ältesten Emporenkirche am Mittelrhein zu bewahren. Das ist eine Daueraufgabe, die er mit seinem Engagement für diese schöne Kirche als geschütztes Kulturgut gerne leistet.
Bereits die ersten Chorklänge der dreißig Sängerinnen und Sänger des KammerChors Koblenz unter der Leitung von Thomas Sorger machten deutlich, was die Musikfreunde in der sehr gut gefüllten Johanniskirche erwartete: Chorgesang erster Güte. Und so bot ein hervorragend aufgestellter Chor, der nicht nur mit einer selten zu findenden Ausgeglichenheit aller Stimmlagen, sondern auch in Intonation und hoher Musikalität zu überzeugen vermochte, anspruchsvolle A-Capella-Literatur auf hohem künstlerischen Niveau.
Das von dem künstlerischen Leiter des Chores Thomas Sorger mit Bedacht ausgewählte Programm führte die jederzeit von der herrlichen Musik gebannten Zuhörerinnen und Zuhörer unter dem Motto „Naturtöne“ durch die Flora und Fauna Europas – in Wälder, durch Gärten und Parks, auf Gebirgspfade sowie zu stillen und tosenden Seen. Dabei ging diese musikalische Reise durch mehrere Epochen der Musikgeschichte. Werken von Johannes Brahms, Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann und Benjamin Britten schlossen sich zeitgenössische Kompositionen etwa von Hermann Schroeder und Wilhelm Peterson-Berger rund um das Thema Natur an.
Ebenso stimmungsvoller wie einfühlsamer Gesang erfüllte das Lahnsteiner Gotteshaus mit beeindruckenden Harmonien und wohlabgestimmter Dynamik. Die Pracht und Kraft des Chorgesangs imponierte in jeder Hinsicht.
Mit der Johanniskirche hatte der KammerChor Koblenz für sein abschließendes Werk „Unicornis Captivatur“ aus der Feder des im Jahr 1978 geborenen norwegischen Komponisten Ola Gjeilo den perfekten Klangort gewählt. Ein außergewöhnliches Stück, das gregorianischen Choralgesang, mittelalterliche Gesänge und Renaissancetänze in sich vereint und das Auditorium mit wechselnden Szenen zu immer wieder erstaunlichen Tonfarben und Klangfüllen führt. Endend mit einem strahlenden Hallelujah setzte dieses Werk – erst Recht in Verbindung mit dem großen Triumphkreuz im Chor der Johanniskirche – einen der unvergesslichen Höhepunkte dieses großartigen Konzerts.
Thomas Sorger und „sein“ KammerChor Koblenz konnten sich des aufrichtigen Dankes ihres Publikums versichert sein. Lang anhaltender Applaus bei stehenden Ovationen war die Resonanz für dieses Chorkonzert der Extra-Klasse. Mit dem launischen und beschwingten Stück „Schau, der Wald ist wunderlich“ verabschiedeten sich die Sängerinnen und Sänger aus der Johanniskirche. „Bitte kommen Sie gerne wieder“, riefen Ihnen die Verantwortlichen des Förderkreises zu. Ein wundervoller Konzertabend fand seinen gebührenden Abschluss bei einem Glas Wein und bestem Wetter vor der eindrucksvollen Kulisse der Johanniskirche.
Foto: Wolfram Krauß/Förderkreis Johanniskirche Lahnstein e.V.
